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Der Beautyguru in uns allen

Dass man sich verändert hat, wird heute als Aussage oft negativ angesehen. Veränderung wäre immer gut und es wäre schrecklich, sich mit der Zeit nicht zu verändern, wird automatisch gekontert.
Wer schon über eine längere Zeit aktiv auf YouTube ist, der wird unvermeidlich festgestellt haben, dass sich die Dinge auch dort rasend schnell geändert haben. Ich meine nicht, dass YouTube zu kommerziell geworden ist. Das ist es, aber darum soll es hier nicht gehen. Die Videos der Beautygurus, wie wir sie damals 2012 noch genannt haben, haben einfach ihren Zauber verloren. Sie sind nicht mehr so erfrischend, wie sie in den Anfängen des kommerziellen Aufblühens von YouTube noch waren. Damals, als der Beautysektor gerade einen Riesenaufschwung und viele von uns eine große Offenbarung erlebten, während sie sich in  Monatsfavoriten und Hauls verloren.
Doch wer interessiert sich heutzutage eigentlich nicht für Mode und Beauty? Ich persönlich hatte keine Ahnung von High-End-Kosmetik, für mich war Mac ein Betriebssystem und Douglas ein Laden, den ich kaum betreten würde, bevor ich begann, YouTube-Videos zu schauen und Blogs zu lesen. Doch die Videos, die ich damals noch lehrreich fand, sind heute einfach nicht mehr spannend oder unterhaltsam, sondern wirken vielmehr heruntergespult. Wenn man damals noch als Beautyguru galt, als man seine Gegenstände des täglichen Gebrauchs gezeigt hat, geht man damit heutzutage einfach in der Masse unter, denn mittlerweile ist Beauty im Mainstream angekommen. Die MAC Stores schießen wie Pilze aus dem Boden und Beauty gilt nicht mehr als etwas, wofür man sich interessiert oder nicht, sondern als ein Bestandteil des alltäglichen Lebens.
Die Frage, ob ich auf meinem Blog über Beauty schreiben mochte, ließ sich für mich deshalb nur schwer beantworten. Es ist zweifellos eine Interesse von mir, aber man wirkt mit Posts über Lidschatten und co. schnell unseriös und geht viel leichter unter in der großen Welt der Blogs, in der es teilweise nur darum zu gehen scheint, wer die meisten Produkte in die Kamera hält. Letztendlich will ich aber über genau das schreiben, was mich interessiert und beschäftigt, auch wenn es nichts Ausgefallenes ist und inhaltslos scheinen mag.
Ich wohne seit fast einem Monat in Sankt Petersburg und hier ist es nicht anders. Kein Mensch, der nicht auf den Beauty-Zug aufgesprungen ist. Mit der Zeit haben wir uns alle zu unseren eigenen Beautygurus entwickelt. Wir brauchen keine Tutorials und Hauls mehr, wir wissen inzwischen, wie es funktioniert. Dennoch ist es ein Thema, über das man nicht aufhören kann, sich auszutauschen. Man kann es mit Essen vergleichen. So konsumieren wir Kosmetik- und Pflegeprodukte wie Brot.

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2 Antworten auf „Der Beautyguru in uns allen“

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